Neue Folge: Insulin – Ein Hormon als Wundermittel

BiOfunk (33): Schwänzeltanz – Navigation bei Bienen und anderen Insekten

Der Schwänzeltanz ist ein Klassiker der Verhaltensbiologie und ein Standardthema im Biologie-Unterricht. Damit teilen Bienen ihren Artgenossen mit, wo sich lohnenswerte Blüten befinden. Wir betrachten, wie der Wissenschaftler Karl von Frisch dieses Verhaltensmuster aufgeklärt hat. Außerdem geht es um den Monarchfalter, der tausende Kilometer weit fliegt, um dem Winter zu entkommen ...

Eine Biene, die von einer reichhaltigen Blüte zum Stock zurückkehrt, führte eine Art Tanz auf: Sie wackelt mit dem Hinterleib in schneller Frequenz hin und her, außerdem vibiriert sie mit den Flügeln und bewegt sich nach einem bestimmten Muster. Das schafft Aufmerksamkeit. Andere Bienen nähern sich der tanzenden Biene und berühren sie mit ihren Antennen. Und diese Bienen fliegen dann aus dem Bienenstock zu der Blüte, die die tanzende Biene davor besucht hat.

Vor 80 Jahren entschlüsselte Karl von Frisch, mitten im 2. Weltkrieg, den Schwänzeltanz. Er konnte erklären, wie die tanzenden Bienen den Weg zu einer reichhaltigen Blüte übermittelt. Dabei nutzen die Bienen die Position der Sonne im Verhältnis zur Futterstelle und zum Bienenstock (Abb. 1). Ist die Futterstelle in der gleichen Richtung wie die Sonne, dann laufen die Bienen im Stock senkrecht nach oben und in einem Halbkreis wieder zurück. Ist die Futterstelle entgegensetzt von der Sonnenposition, dann laufen die Bienen im Stock senkrecht nach unten. Und dieser Laufwinkel wird variiert, je nachdem wir die Sonne im Verhältnis zur Futterquelle und zu Stock steht.

Bee dance

Abb. 1: Navigation über den Schwänzeltanz

Der Monarchfalter (Abb. 2) findet seinen Weg nicht über eine Strecke von 100 Metern sondern über eine Strecke von bis zu 4500 Kilometern. Das Wissenschaftler-Paar Norah und Frederick Urquhard fand in den 1960er und 70er Jahren heraus, dass sich die Schmetterlinge ähnlich wie Zugvögel verhalten. Die Tiere fliegen von verschiedenen Regionen der USA in einen abgelegenen Bergwald in der Nähe von Mexico-Stadt. Dort überwintern sie in einer Höhe von ca. 3000 Metern (Abb. 3). Ihre Nachkommen fliegen im Frühjahr zurück in den Norden.

BBGMonarchButterflyWings

Abb. 2: Der Monarchfalter

Monarchs in refuge, Morelia, MX 01 gailfisher

Abb. 3: Überwinternde Monarchfalter bedecken den Boden


Weitere Informationen

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Süddeutsche Zeitung: Und sie tanzen doch

Telepolis: Die Symbolische Kommunikation der Bienen

Video: Unraveling the Monarch Butterfly Migration Mystery