BIOfunk (19): Wirtswechsel – Parasiten auf Wanderschaft

Ein Parasit lebt oftmals in unterschiedlichen Lebewesen. Der Leberegel z.B. wechselt zwischen Kühen, Schnecken und Ameisen. Wir betrachten den biologischen Sinn dieses Verhaltens. Außerdem: Warum der Fuchsbandwurm aufgrund einer Verwechslung für den Menschen lebensgefährlich sein kann.

Kühe und andere Weidetiere sind die Endwirte des Leberegels (Dicrocoelium dendriticum). Als Zwischenwirte nutzt er Schnecken und Ameisen. Um von einer infizierten Ameise in eine Kuh zu gelangen, manipuliert der Parasit das Verhalten der Ameise auf skurrile Weise. Die Ameise beißt sich, entgegen ihres natürlichen Verhaltens, an der Spitze eine Grashalms fest, bis sie von einer Kuh gefressen wird. Vom Kuhmaul gelangt der Parasit in die Gallengänge der Kuh und kann sich dort mit Artgenossen paaren.

Dicrocoelium LifeCycle

Lebenszyklus des kleinen Leberegels

Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) wechselt zwischen zwei Wirten, dem Fuchs als Endwirt und der Wühlmaus als Zwischenwirt. In der Maus bildet der Parasit tumorartige Geschwulste in der Leber und anderen Organen aus. Dies schwächt die betroffenen Mäuse woraufhin sie eher von Füchsen gefressen werden. Dadurch gelangt der Fuchsbandwurm in seinen Endwirt. In seltenen Fällen infiziert der Parasit auch Menschen als sogenannten Fehlzwischenwirt. Unter Umständen kann eine solche Infektion tödlich verlaufen.

Echinococcus-multilocularis-adult

Fuchsbandwurm

Zeit.de: Der Ameisen-Manipulator

Planet Wissen: Wirt-Hopping (Video)

FAZ: Blinder Passagier

Podcast-Tipp: Out of the Wild – Virenimport durch Wildtierhandel (DLF)


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