Für die Schule (7): Entwicklung von Impfstoffen

Impfstoffe müssen zwei gegensätzliche Eigenschaften in sich vereinen: Ungefährlich sein, aber dennoch gefährlich genug, um eine Immunreaktion auszulösen. Wie man das bei der Entwicklung von Impfstoffen erreicht, betrachten wir im BIOfunk.

(Themen-Schwerpunkt: Viren)

Der Mikrobiologe Louis Pasteur hat Ende des 19. Jahrhunderts mit der systematischen Entwicklung von Impfstoffen begonnen. Er entwickelte Verfahren, mit denen Krankheitserreger abgeschwächt und als Impfstoff eingesetzt werden können. Die erste Impfung am Menschen führte er an einem möglicherweise mit Tollwut infizierten Jungen durch. Zuvor hatte er die Erreger abgeschwächt, indem er infiziertes tierische Rückenmark an der Luft trocknete.

Inoculation of Jean-Baptiste Jupille

Zeitgenössische Darstellung der Impfung von Joseph Meister gegen Tollwut (Louis Pasteur im Hintergrund)

Mitte des 20. Jahrhunderts brachte die Verwendung von Zellkulturen einen weiteren Durchbruch bei der Entwicklung von Impfstoffen. Viren wurden über viele Generationen in menschlichen Zellen vermehrt. Dadurch gewann man Viren, die optimal an Zellen in einer künstlicher Zellkultur angepasst sein, aber nicht mehr an die Bedingungen im Körper.

Cell Culture in a tiny Petri dish

Zellkultur in einer Petrischale

Diese Viren waren ideal als Impfstoff. Sie lösten einen Immunreaktion im Körper aus ohne eine Krankheit zu verursachen. Durch dieses Verfahren wurden Impfstoffe gegen viele Krankheiten entwickelt, z.B. gegen Masern, Röteln, Windpocken, Kinderlähmung und die Grippe.
Mittlerweile verwendet man allerdings bis auf wenige Ausnahmen Totimpfstoff, also abgetötete Viren oder Virusbausteine. Die Immunreaktion auf Totimpfstoffe ist zwar oftmals weniger ausgeprägt, dafür können sie niemals die Erkrankung auslösen.

BR: So funktionieren Impfstoffe

impfen-info.de: 20 Fragen und 20 Antworten

Robert-Koch-Institut: Antworten zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen

PNAS: History of vaccination

3×3 Sammlung über die Grippeimpfung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.